Kein Internet, keine Freunde und der schlimmste Nachbar überhaupt

Kurzmeinung: Nicht perfekt, aber absolut toll geschrieben.

Titel: Obsidian Schattendunkel

Band: 1 (von 5)

Autorin: Jennifer L. Armentrout

Seiten: 397

Übersetzt: Anja Malich (aus dem Englischen)

Erschienen: 2019

Verlag: Carlsen

Wertung 3,5/5 

Handlung:

In diesem Buch geht es um die 17-Jährige Katy die, nach dem Tod ihres Vaters, mit ihrer Mutter vom sonnigen Florida nach West Virginia zieht. Davon nun in der Einöde zu leben, ist sie ganz und gar nicht begeistert. Katy liest nämlich viel lieber, als neue Leute kennen zu lernen und dass das Internet am Anfang nicht funktioniert, ist für die leidenschaftliche Buchbloggerin natürlich eine absolute Katastrophe.

Schon bald lernt sie auch ihre neuen Nachbarn kennen: Daemon und Dee Black. Während sie sich mit Dee recht schnell anfreundet, läuft es mit  Daemon gar nicht gut. Entweder er ist total nett-was selten passiert- oder er gibt sich die größte Mühe, arrogant und unnahbar zu wirken. Katy versucht ihm aus dem Weg zu gehen, was alles andere als gut klappt, da Dee natürlich will, dass ihr Bruder und ihre neue Freundin sich verstehen. So sorgt sie immer wieder dafür, dass die beiden sich über den Weg laufen.  Nach und nach decken sich immer mehr Geheimnisse über die Geschwister und bald auch über ihre Freunde auf, bis Katy etwas entdeckt, was ihr den Weg zurück unmöglich macht.

Meine Meinung:

Mir bedeutet dieses Buch viel, weil ich es in einer ziemlich schweren Phase meines Lebens zum ersten Mal gelesen habe und mich die Figuren immer aufgemuntert haben, wenn ich es gelesen habe.

Tatsächlich hat mich das Buch beim ersten Lesen überrascht weil der Klappentext irgendwie wie das Klischee eines Buches klingt. Aber das Buch an sich ist teilweise echt gut.

Auf den ersten Blick wirkt es wie eine typische „naives Büchermädchen und dunkler, geheimnisvoller Typ hassen sich erst und verlieben sich dann“ -Story. Das ist es auch, aber das Ganze wird dadurch aufgelockert, dass die Geschwister Aliens, genauer gesagt Lux sind.

Was mich persönlich bei vielen Büchern von Jennifer  L. Armentrout stört: Die Protagonistin wird oft mit Ereignissen überschüttet, die sie dann einfach so abtut als wäre nichts gewesen. Das ist in diesem Buch jetzt nicht so, aber in den folgenden Bänden passiert das leider oft.

Was mich an ihren Reihen auch sehr stört ist, die Entwicklung: der erste Band noch schön und dann wird es von Band zu Band brutaler. Irgendwann frage ich mich dann nur noch, wie wir von der Liebesgeschichte, zur Verschwörung der Regierung und dann zum Krieg gekommen.

Trotz dieser Dinge gibt es echt viele lustige, bewegende und aufregende Momente in dem Buch.

Charakter:

Zuerst kommen wir zu Daemon: Einerseits kann man ihn und seine Beweggründe verstehen und doch ist er zu Beginn ein komplettes Klischee

Zu Anfang der Geschichte ist Daemon sehr abweisend und teilweise sogar sehr gemein. Im Laufe der Geschichte erfährt man, auch den Grund dafür, der meiner Meinung nach teilweise Sinn ergibt. Trotzdem vereinbart er es irgendwie mit seinem Gewissen, sie ununterbrochen zu sich zu ziehen und im nächsten Moment wieder weg zu stoßen. Er wird zwar immer nahbarer und hört mehr oder weniger auf, sich wie ein Vollidiot zu benehmen, aber das entschuldigt nicht, dass er sie, mit in Chaos zieht, nur weil er sich nicht entscheiden kann. Er scheint sich auch nicht genug um ihre Gefühle zu kümmern, um sich endlich klar für sie oder gegen sie zu entscheiden.  

Katy bekleckert sich allerdings auch nicht wirklich mit Ruhm. Statt einfach mal eine Entscheidung zu verlangen oder zu treffen. Alternativ, ihm einfach zu sagen, dass sie keine Lust hat lasst sie sich herum schubsen und mit hinein ziehen zu lassen- obwohl sie nicht mal weiß worum es geht.

Sie benimmt sich manchmal wie das Klischee des schüchternen Buchmädchens und ist, manchmal leider eher ein Spielball als eine wirkliche Akteurin.

Statt Grenzen zu ziehen, lässt sie sich einfach mit treiben. Tatsächlich fällt mir spontan keine Situation ein, in der Katy mal das Ruder übernommen hat oder einfach mal ihr Ding gemacht hat. Was auf Dauer ziemlich anstrengt.

Schreibstil:

 An sich bin ich ein großer Fan von ihrem Schreibstil. Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat, waren die teilweise sehr lange und langweiligen Stellen im Buch.  

Cover:

Ich habe zu Hause die Box-Ausgabe der ganzen Reihe und ich liebe wirklich alle Cover dieser Box.

Ende: Das Buch endet zwar mit ein paar offenen Fragen, aber ohne fiesen Cliffhanger.

Fazit: Ich würde, auch wenn das jetzt vermutlich sehr negativ klang, das Buch allen empfehlen, die Lust auf ein zwar ziemlich klischeehaftes, aber auch originelles Buch haben. Das Buch ist trotz der paar Fehler immer noch eines meiner Lieblinge, wenn es um den Schreibstil geht und wenn es euch nichts ausmacht, dass der Rest der Reihe nicht ganz so entspannt ist, würde ich es definitiv empfehlen.   

Was ist euer Lieblings Buch von Jennifer L. Armentrout?


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